Rat und Hilfe

Viele Institutionen und Personen bieten Rat, Hilfe oder Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kirche (und anderswo) an. Sie sind für Betroffene da und warten darauf, dass sie sich melden.

Anerkennung, Entschädigungsleistungen

Wer als minderjährige oder erwachsene schutzbefohlene Person sexualisierte Gewalt in der Diözese Rottenburg-Stuttgart erlebt hat, kann sich an die unabhängigen Ansprechpersonen der Kommission sexueller Missbrauch (KsM) wenden. Diese führen ein Gespräch, bieten Hilfeleistungen an und können beim Ausfüllen des Antrags unterstützen. Der Antrag wird dann von der Ansprechperson an die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) weitergeleitet.

Weitere Informationen zur KsM, deren Aufgaben und Arbeitsweise sind hier zu finden: Kommission sexueller Missbrauch.
Hier erhalten Sie auch alle Informationen zum Antrag auf finanzielle Anerkennung des Leids.

Folgende Personen sind hierbei in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zuständig und ansprechbar:

Elke BörnardE-Mail: elke.boernard[at]ksm.drs.de
Tel:        0170/ 7881935
Theresa EhrenfriedE-Mail: Theresa.Ehrenfried[at]ksm.drs.de
Tel: 0151/52 50 27 50
Daniel NoaE-Mail: Daniel.Noa[at]ksm.drs.de
Tel: 0177/2 35 52 00
Theresia Werner
(Geschäftsführerin Kommission sexueller
Missbrauch)
E-Mail: thewerner[at]ksm.drs.de
Geschäftsstelle KsM
Postfach 9
72101 Rottenburg a.N.
https://praevention-missbrauch.drs.de

Telefonische Beratung und Onlineberatung

Das ► Hilfeportal und Hilfetelefon Missbrauch steht Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften anonym und kostenlos zur Verfügung. ► Hilfe-Telefon-Nummer: 0800 22 55 530. Anrufen – auch im Zweifelsfall! Anonymes und kostenfreies Hilfe-Telefon sexueller Missbrauch: Betroffene, Angehörige und Fachkräfte finden hier eine Anlaufstelle zur Beratung und zur Einschätzung von (Verdachts-) Fällen sexualisierter Gewalt.

Eine ► Online-Beratung durch das Hilfeportal Missbrauch ist ebenfalls möglich.

Das ► Hilfetelefon Berta für Betroffene organisierter und ritueller Gewalt  bietet kostenlos und anonym Beratung und Hilfe an, wenn Sie von organisierter und/ oder ritueller Gewalt betroffen sind: 0800 30 50 750.

Kinder und Jugendliche in Not nach Missbrauch können auch die ► „Nummer gegen Kummer“, Telefon 116 111 anrufen oder anschreiben (Online-Beratung).

Auch die ► Telefonseelsorge kann weiterhelfen (24 Stunden erreichbar, ggf. öfters versuchen): Telefon 0800 111 0111 oder 0800 111 0222 oder 116 123

Der gemeinnützige Verein „Eckiger Tisch“ berät nach dem Prinzip „Betroffene beraten Betroffene.“ Über ein ► Kontaktformular können sich Betroffene an das Beratungsteam des Vereins wenden: per Email oder auch telefonisch unter ► 030/23 25 55 777 (aber nur dienstags von 11:00 bis 13:00 Uhr).

Der weiße Ring hilft ebenfalls Betroffenen von Kriminalität und Gewalt. Es gibt ein Opfer-Telefon ► 116 006, eine Onlineberatung oder auch persönliche Gespräche und Hilfen vor Ort.

Fachberatung und Hilfe bei sexualisierter Gewalt

Für Betroffene von sexualisierter Gewalt und für ihre Angehörigen gibt es die Möglichkeit der individuellen Beratung in spezialisierten Fachberatungsstellen. Auch Fachkräfte können hier beraten werden. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Hier finden Sie die ► Kontaktadressen der Fachberatungsstellen auf dem Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart (es handelt sich um nichtkirchliche Beratungsstellen, die hier lediglich nach Dekanaten sortiert sind).

Finden Sie Hilfe – auch in Ihrer Nähe: Hilfeangebote wie Fachberatungsstellen, Notdienste oder therapeutische Angebote in der Umgebung lassen sich auch über die ► Hilfe-Datenbank des Hilfeportals sexueller Missbrauch finden (Such-Eingabe in der mittleren Spalte)

Hilfsangebote für betroffene Mädchen und Frauen

Auf der Seite des ► Sozialministeriums sind zahlreiche Anlauf- und Beratungsstellen in Baden-Württemberg speziell für betroffene Mädchen und Frauen. Eine nach Landkreisen sortierte Liste mit Hilfsangeboten wird ebenfalls vom Sozialministerium zur Verfügung gestellt.

Hilfsangebote für betroffene Jungen und Männer

Die Beratungsstelle Ruf und Rat in Stuttgart (Träger: Diözese Rottenburg-Stuttgart) bietet seit 2023 ein psychologisches Beratungsangebot für Männer an, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Berater:innen und Therapeut:innen helfen Betroffenen bei der Aufarbeitung und Alltagsbewältigung. Auch juristische Erstberatung wird angeboten. Welche Art von Hilfeleistung in Anspruch genommen wird und ob die beratende Person männlich oder weiblich sein soll, kann in einer Erstberatung abgestimmt werden. Weitere Informationen auf der Seite ► www.men-too.de.

Auf der Seite des ► Sozialministeriums gibt es eine Übersichtstabelle, welche weiteren Anlauf- und Beratungsstellen es in Baden-Württemberg speziell für betroffene Jungen und Männer gibt.

Jugendamt

Auch das Jugendamt kann bei Verdachtsfällen beraten und unterstützen. Es hat die Möglichkeit, betroffene Kinder und Jugendliche aktiv zu schützen und z.B. „In Obhut zu nehmen“. Kinder und Jugendliche haben das Recht, sich ohne Wissen ihrer Eltern an das Jugendamt zu wenden.

Eine ► Liste der Jugendämter in Baden-Württemberg kann hier heruntergeladen werden.

Polizei

Sind Kinder oder Jugendliche gefährdet, kann es sinnvoll sein, den Notruf der Polizei zu kontaktieren: Bei akuter Bedrohung wählen Sie ► 110! Dadurch kann die oder der Betroffene unverzüglich geschützt werden.

Zu bedenken ist, dass die ► Polizei bei einer Anzeige von sexuellem Missbrauch dazu verpflichtet ist, weiter zu ermitteln, was für das Opfer zu Belastungen führen kann.

Trauma-Ambulanzen

Trauma-Ambulanzen bieten Opfern von Gewalttaten die Möglichkeit, rund um die Uhr schnell und unkompliziert psychologische Unterstützung zu erhalten. (Der Wohnsitz der betroffenen Person muss dabei nicht am Ort oder im Landkreis der jeweiligen Einrichtung liegen).

Traumaambulanz an der Klinik für Psychosomatik am Ostalb-Klinikum Aalen
info@traumaambulanz-aalen.de
Tel.: 07361 551 801

Traumaambulanz an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Esslingen
info@klinikum-esslingen.de
Tel.: 0711 31 03 0  

Traumatherapie

Die ►Therapeut:innen Suche der DeGPT (Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie) kann dabei helfen, speziell ausgebildete Traumatherapeut:innen zu finden.

Unabhängiges Ombudssystem für (ehemalige) Heimkinder

Das ► unabhängige Ombudssystem in der Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg hat das Ziel, die Beteiligung von Kinder und Jugendlichen und deren Sorgeberechtigten durch Information und Beratung zu fördern. Neben der Beratung in der Jugendhilfe gibt es in Stuttgart auch eine Beratungsmöglichkeit für ehemalige Heimkinder, um erlebte Belastungen und Traumata aufzuarbeiten und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

Hilfsangebote für tatgeneigte Personen, Täterinnen und Täter

Hilfsangebote für Personen, die befürchten, sexualisierte Gewalt auszuüben oder dies schon getan haben, können ebenfalls ein Teil der Prävention sein.

Telefonische Hilfe bei der bundesweiten, anonymen und kostenlosen Hotline: ► Telefon 0800 – 70 222 40

Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet u.a. in Ulm ein kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und deshalb therapeutische Hilfe suchen ► Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“

Das Angebot ►„Stopp – bevor was passiert!“ bietet u.a. in Heilbronn, Rottweil und Reutlingen Hilfe für Personen mit pädophilen Neigungen. In der Therapie können Betroffene lernen, mit ihren Neigungen verantwortungsvoll umzugehen.

In Stuttgart unterstützt das ► Projekt „TatPrävention“ von PräventSozial Menschen, die sich aktiv dafür entschieden haben, nicht Täter:in zu werden.

In Tuttlingen macht das ► Projekt AntiTAT mehrerer Träger Angebote für tatgeneigte Personen und übergriffige Jugendliche.

Die Präsentation des KVJS (Stand 2022) gibt einen Überblick über Fachberatungsstellen, die ► Beratung und Arbeit mit übergriffigen Jugendlichen im Land BW anbieten.

Das ► Projekt 180 Grad richtet sich an Jugendliche, die Angst vor ihren sexuellen (Gewalt)Fantasien haben, Angst haben, übergriffig zu werden, sich von jüngeren Kindern angezogen fühlen oder die schon sexuell übergriffig geworden sind und das nicht nochmal werden wollen. Die Behandlung ist auch online möglich (bei zu großer Entfernung des Wohnorts).

Eine Liste – zusammengestellt von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention DGFPI – von Einrichtungen, die mit Sexualstraftäter:innen arbeiten, kann ► hier heruntergeladen werden.

Quellenangabe: Teile dieser Seite wurden von der Seite der KsM https://praevention-missbrauch.drs.de/hilfsangebote.html übernommen; diese Inhalte wurden jedoch teilweise verändert, umformuliert, ergänzt oder aktualisiert.